blog:2017:0719_pfsense_mit_umts_lte_modul_einsetzen

pfSense mit UMTS/LTE Modul einsetzen

Wir sollten für einen Kunden eine Fallback Leitung mittels LTE erstellen. Das wollten wir mit PFSense realisieren. Dabei ist folgende Anleitung entstanden.

Diese ist unterteilt, zum einen in die Konfiguration der UMTS/LTE Karte und anschließend folgt dann auch noch die Konfiguration der Fallback Lösung. Also dass die LTE Verbindung einspringt, wenn das DSL ausfällt.

Die Infos sind zum großen Teil vom Lieferanten (voleatech).

In diesem Beispiel arbeiten wir mit einer CallYa Prepaid Karte von Vodafone.

Wir gehen auf Interfaces→Assign→PPPS und erstellen ein PPP-Interface

Nun stellen die Details für das PPP ein. Zunächst wählen wir

Unter „Link Type“: PPP


Unter „Link Interface(s) : /dev/cuaU0.0

„Descripton“: UMTS/LTE WAN

„Country“: Germany

„Provider“: Vodafone

„Plan“: web.vodafone.de

dann auf  „Display Advanced“

„Phone number“ und „Access Point Name (APN)“ werden automatisch eingetragen mit *99# bzw. web.vodafone.de

Dann tragen wir bei „SIM PIN“ den SIM ein welcher mit der Karte mitgeliefert wurde.

Als „Init string“ tragen wir ein: Z

(also nur ein großes „Z“)

Dann auf „Save“

Nun ist die Verbindung konfiguriert. Im nächsten Schritt müssen wir diese Verbindung einer Schnittstelle zuweisen. Wir gehen auf „Interface Assignments“ im gleichen Menü (Interfaces→;(assign)) und sehen, dass die die entsprechende Konfiguration (network port) verfügbar ist:

Nun fügen wir mit Add eine neue Schnittstelle zu, der Name wird dabei nach pfSense Standard erstmal mit OPT1 benannt. Dies lassen wir für den Moment auch so und speichern mit „Save“

Nun wählen wir OPT1 aus und sehen noch einmal die vorher eingestellte Konfiguration. Dabei fällt auf, dass bei Country, Provider und Plan wieder leer sind. Nicht schlimm, einfach ignorieren. Oben m+ssen wir noch, wie auf dem Bild unten dargestellt, das Interface einschalten. Ganz unten setzen wir noch zwei Beschränkungen für Reservierte Netzwerke (Reserved Networks).

und speichern mit Save. Wir werden nun aufgefordert die Änderungen anzunehmen und klicken auf „Apply Changes“:

Wir können nun an verschiedenen Stellen schauen, ob der Verbindungaufbau funktioniert hat:

  1. Unter Status→Dashboard (oder auf das pfSense Logo klicken) und sehen dann unter Interfaces die unterschiedlichen Schnittstellen. Haben wir hier „grün“ und eine IP Adresse sieht es gut aus.
  2. Unter Status→Interfaces (Nr. 1 geöffnet)
  3. Nummerierter ListenpunktUnter Status→System Logs und dann auf PPP. Hier sehen wir die Log-Einträge zu dem Netzwerkport. Sollte die Verbindung aus irgend einem Grund nicht funktionieren, kann hier genauer nach der Ursache geprüft werden.

PFSense scheint an der Stelle nicht so ganz  gut zu funktionieren. Wenn es jetzt immer noch nicht geht. Hat bei mir geholfen, das Z aus „Init String“ zu löschen, dann speichern. Dann wieder einzutragen und erneut zu speichern.

Jetzt sehen wir zwar, dass die Verbindung aufgebaut ist, müssen aber noch testen, ob wir wirklich eine „Internetverbindung“ haben. Hierzu gehen wir auf Diagnostics→Ping und testen mit folgen Einstellungen:

Wenn wir folgendes Fenster bekommen, nachdem wir die Anfrage mit Ping gestartet haben sieht alles gut aus. Stimmt etwas nicht, würden wir hier einen Timeout und 100% Paketverlust bekommen.

Nun wissen wir, dass die pfSense selbst eine Verbindung zum Internet über die Schnittstelle OPT1 herstellen kann und die eingegebenen Daten zur SIM-Karte richtig sein.

Als nächstes möchte ich noch testen, ob mein Laptop welcher an die pfSense angeschlossen ist ebenfalls ins Internet kommt. Hierzu mache ich eine weitere Ping-Abfrage, jedoch diesmal mit der Source addressLAN

Sollte hier kein Ping raus gehen, einfach auf System→Routing gehen hier bei beiden ipv4 Interfaces den default GW setzen. Jetzt sollte es immer funktionieren. Auch wenn das WAN stirbt.

Damit das jetzt alles noch Failover wird, muss man folgendes machen:

  1. auf System → Routing → OPT1 gehen und folgendes eingeben:

    und in den Advanced Settings (display advanced):

    die ausgegrauten Sachen, habe ich mal weg gelassen. Da nur die Priorität und dass der Gateway außerhalb des Netzes liegt wichtig.

  2. auf System → Routing → WAN_DHCP gehen und folgendes eingeben:

    Bei Advanced nur Weight auf 1 einstellen.
  3. bei System → Routing auf den Reiter Gateway Groups gehen und folgende Einstellungen machen
  4. als nächstes noch bei System → Advanced → Miscellaneous den Haken bei “ Enable default gateway switching„ sonst wird der default Gateway bei Verbindungsverlust nicht gewechselt.
  5. Als letztes müssen noch 2 Firewall regeln unter Firewall → Rules → Lan eingestellt werden:
    1. Auf den Add Button klicken und folgende Einstellungen für das WAN Interface tätigen:

      unter Advanced muss nur das Gateway eingetragen werden:
    2. und das selbe nochmal für das OPT1 Interface:

      hier muss natürlich unter Advanced das andere Gateway eingetragen werden:

:!: Die Reihenfolge ist hier wichtig. Sobald eine Regel greift, werden die darunterliegenden nicht mehr beachtet. Daher muss die Fallback Leitung ganz unten stehen.</li>

  • Zuletzt geändert: 2022/01/07 03:31
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